Ein ungewohnter Patriotismus

Am Dienstag der letzten Woche, genau am 26. Januar, war Australia Day. Da laufen die Australier alle so rum, wie man es in Deutschland höchstens von Länderspielen der Deutschen Fussballnationalmannschaft kennt.

Am Tag davor gaben sich die Stars von Australien (oder zumindest einige) vor dem Parliament House die Ehre.

Wir also irgendwann nachdem wir aus dem Bush zurück sind und geduscht haben und uns noch ein paar patriotische Sticker auf den Körper geklatscht hatten los. (Lieber Gott… tut mir Leid)

An der Bushaltestelle, wo der Shuttlebus sogar umsonst zum Parliament House abfährt, standen dann schon die ganzen Verrückten. Überwiegend doch eher jünger als ich selbst, doch patriotischer denn denn allem was sich mir bisher in Australien präsentiert hat. Ich bin mir nicht sicher, ob der Alkohol (in Form von süßen Mixgetränken), den die Kids (Alter 14-18) mitbrachten nur den Patriotismus noch verstärken sollten oder ob man ihn komsumieren musste um überhaupt ein wenig davon zu spüren 😉 Die Leute hatten alle mindestens eine Nationalfahne dabei und dann natürlich Tatoos auf den Armen, Beinen, Gesichtern, Oberkörpern, etc. Dann kam der Bus und die Masse quetschte sich hinein. Jetzt hatte ich doch ein wenig ein mulmiges Gefühl. Es ist schon etwas merkwürdiges Gefühl dabei, wenn man in einem Bus voller sich feiernder Australier fährt und kein Australier ist. Wir fuhren an einer Gruppe Dunkelhäutiger vorbei und wurden nett mit dem Mittelfinger begrüßt. Ich bin mir nicht sicher, aber der Bus erwiderte das nur mit einem – und das nur die ganze Fahrt und den ganzen Abend.

Am Parlamentsgebäude dann angekommen bzw. an der Federation Mall die sich vor dem Parlament erstreckt, war ich doch schon ein wenig beeindruckt von der Masse der Menschen die sich dort breitgemacht hatten. Es ist ein Hobby der Australier zu picknicken. Wo auch immer sich die Möglichkeit ergibt: Decke raus, Picknickkorb und (natürlich) Esky und los geht’s essen. Oh sorry, ich vergaß das Bier (auf -5 Grad schmeckt’s am besten 😉
Es waren wohl geschätzte 35000 Menschen da. Und es spielten auch schon Künstler auf der Bühne. Hier mal das full line up:

This year’s full line up of artists at the Australia Day Live concert will include:

– Cassie Davis

– Ian Moss

– Bertie Blackman

– Bob Evans

– Phrase

– Hayley Warner

– Evermore

– Rogue Traders

– Amy Meredith

Also ich kannte keinen… Aber wir haben auch nur Cassie Davis gesehen (von Australian Idol), Phrase, Bertie Blackman (sehr geil eigentlich) und ach keine Ahnung. Ian Moss scheint aber doch einer der Super-Super-Super-Stars zu sein. Er wurde vom Moderator immer wieder als letzter Akt angekündigt. Ich lausche seinen Klängen gerade bei Youtube und muss sagen, dass es mich nicht stört, das ich ihn nicht mehr gesehen habe und das er nur ein Australisches unexportiertes Gut ist.

Es war auf jeden Fall mal eine Erfahrung zu sehen, dass es echt Völker gibt, die ihren Nationalfeiertag so feiern. Eigentlich dürfte ich nach diesem Tag keine Australienfahnen mehr sehen können, weil es sooo viele waren. Eine kleine Schlägerei vor unseren Augen war dann noch ein wenig Aktion und schaffte in wenigen Sekunden quasi einen neuen Durchgang durch die Menge.

Wir sind dann aber auch schon vor dem Superstar Ian Moss abgehauen, weil ich irgendwie genug hatte von dem ganzen Trubel und ich sichtlich geschafft war vom harten Tag im Bush.

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