Roadtrip zum Red Centre
Die Zeit schwindet.
Nur noch eine Woche bis wir uns ins Flugzeug setzen, das leckere Essen dort genießen können und dann dann sind wir auch bald wieder in Deutschland. Gerade chillen wir noch in Melbourne rum, zumindest noch bis morgen, denn dann geht’s mit dem Nachtbus wieder mal zurück nach Sydney. Sydney, Ausgangspunkt für alle meine Abenteuer in Australien. Ich komme dann am Mittwoch Morgen das fünfte Mal zurück nach Sydney…
Was nach unserem Neuseelandaufenthalt geschah:
Well, wir sind quasi nach Melbourne. Nicht, dass wir jetzt die ganze Zeit da rumgegammelt haben. Am 5. April kam uns die Idee die Great Ocean Road mit einem eigenen Auto zu fahren und da kam uns eine Anzeige in einem Backpackermagazin gerade wie gerufen. Camper relocating. Also einen Camper zurück bringen…
Nach ein paar Telefonaten war klar, wir würden ein 4 Personen Wohnmobil von Melbourne nach Alice Springs bringen. Die Vorfreude darauf war bei mir unglaublich, wobei auch die Vorstellung, dass ich dabei quasi 3000km in 6 Tagen fahren musste, doch ein wenig anspruchsvoll schien.
Die Zeit in Melbourne verging dann auch relativ schnell. Melbourne ist jetzt nicht unbedingt sooo besonders meiner Meinung nach. Die Strassen sind viel breiter als in Sydney und deshalb wirkt es auch nicht so voll. Der Queen Victoria Market war eigentlich so das Interessanteste. Hier gab es alles von Früchten bis Kleidung. Für uns waren die Früchte und das Obst von großer Bedeutung, weil’s hier ziemlich günstig war im Vergleich zum Supermarkt, teilweise um Längen.
Bezüglich unseres bevorstehenden Roadtrips haben wir uns dann noch entschieden noch zwei Leute mitzunehmen um uns die Kosten ein wenig zu reduzieren. Als erstes haben wir uns dann auch mit Kim getroffen. Kim ist vietnamesischer Abstammung, lebt aber in München. Sie war sofort von unserer Idee überzeugt und wir hatten unseren ersten Mitfahrer. Die Nummer zwei war dann etwas schwieriger zu finden, letzlich wurde es Anka. Eine nette Nordrhein-Westfählin oder wie man das dann auch nennt. Die beiden waren wirklich nett und es war eigentlich ziemliches Glück, dass wir uns alle gut verstanden haben.
Am 11. ging’s dann los. Um 10 Uhr haben wir das Auto, unseren Luxuscamper abgeholt. Nachdem wir dann alle zusammen waren, gings dann über die Great Ocean Road nach Adelaide. Wir sind am ersten Tag aber nur bis Port Campell gekommen und haben dort dann genächtigt. Vorher sind wir leider etwas zu spät zum Sonnenuntergang bei den 12 Aposteln gekommen, was etwas schade war. Dafür war’s umso windiger dort, was auch seinen Reiz hatte. Nächsten Morgen ging es dann nach Adelaide, an diesem zweiten Tag bin ich dann über 700km gefahren. In Adelaide haben wir uns dann, nachdem wir in der Innenstadt in unserem Wohnmobil gekocht haben und Anka ihr Handy, dass sie verloren hatte, bei der Polizei wieder abgeholt hat, in eine Nachbarschaft neben einer Tankstelle mit Toilette hingestellt. Der dritte Tag führte uns dann über Port Augusta ins richtige Outback. Nach an diesem Tag wieder etwa 700km war diesmal das Tagesziel Coober Pedy leider nicht zu erreichen. Den Sonnenuntergang im Outback durften wir dann auf einem Parkplatz mit ein paar anderen Wohnmobilen und Wohnwagen genießen. Es gab hier nur eine Toilette und sonst konnte man nichts weit und breit sehen… Natur rundherum bis zum Horizont. Es war schon ein unglaubliches Gefühl.

Am 14. gings dann als erstes nach Coober Pedy, die Opalhauptstadt der Welt. Man kommt sich ein wenig vor, wie in einem Star Wars Film, also so Wüstenmäßig, quasi da, wo Anakin Skywalker aufwächst :):):) Zum ersten Mal in Australien sehe ich wirkliche Aboriginal people. Man sagt nicht Aboriginies, weil das als abwertend gilt.
Man sagt auch, dass Coober Pedy die internationalste Stadt Australiens ist, weil hier so viele verschieden Menschen aus vielen verschiedenen Nationen hergekommen sind, nachdem man die ersten Opale fand. Es wird auch immernoch Opal gefördert. Nachdem wir uns dann ein Untergrundmuseum und eine Untergrundkirche angeschaut haben -die Menschen haben die aufgrund der Hitze gebaut- , kam dann der erste Kontakt zu den Ureinwohnern. Kim hatte ihre Kamera auf der öffentlichen Toilette liegen lassen und die wurde uns dann von 2 Ureinwohnern zurückgebracht. Die wollten dafür auch nur 10 Dollar haben, die ihnen Kim dann auch gegeben hat. Mit dem Geld sind sie dann Richtung Tankstelle gepilgert. Gott weiß, was sie damit machen. Normalerweise wohl Alkohol kaufen, aber das sind Vorurteile.

Als wir mit Coober Pedy fertig waren, wollten wir unser Auto noch auf einer Gravel Road, also eigentlich eher mit Allrad zu fahren, probieren. Teilweise doch sehr interessant zu fahren, kamen wir dann zu dem sogenannten Castle, nachdem wir uns vorher den Dogfence, den Hundezaun, einen über 5000km langen Zaun, der von Western Australia nach Surfers Paradise, Queensland führt. Dieser Zaun soll verhindern, dass die Dingos (also Wildhunde) nach Süden kommen können und dort andere Tiere reißen.

Als wir wieder den Stuart Highway erreicht hatten, kam ein kleines Unglück. Das Bett über der Fahrerkabine kam unverhofft herunter, weil die Gravel Road wohl doch etwas zu hart war. Scheiße, habe ich gedacht. Das war wohl die Kaution… aber dazu später mehr. Wir standen etwa 10 min mitten auf dem Highway als ein Auto neben uns anhielt und der Fahrer uns erinnerte, dass hier Road Trains unterwegs sind. Diese Dinger sind sowas von krass geil. Drei Anhänger und dann ballern die mit mindestens 110 über die Strassen. Weniger gefährlich als ich gedacht habe, aber die bringen doch einiges an Wind mit.
Am Abend sind wir dann an der Grenze zum Northern Territory angekommen und haben dort wieder auf einem netten Parkplatz genächtigt. Mal wieder im Nichts. Der vorletzte Tag hatte es dann noch in sich. Wir kamen gegen Mittag im Uluru Nationalpark an. Der Anblick des Uluru war unglaublich, schon allein deswegen, weil es einfach nur ein Stein ist 😉 Wir haben dann den Berg einmal mit dem Auto umrundet und haben 2 kurze Fußmärsche gemacht. Echt wahnsinn das Ding. Raugeklettert sind wir nicht, weil man es aus Respekt gegenüber den Ureinwohnern nicht machen soll, jedoch ist es nicht verboten. Vor dem wahnsinnig tollem sonnenuntergang, waren wir dann noch schnell bei den Olgas, die quasi so ähnlich aussehen, aber nicht ein ganzer Klotz sind…


Die letzte Nacht haben wir auf einem kostenfreien Campingplatz wo es das teuerste Benzin scheinbar in ganz Australien gibt. 1,87 Dollar pro Liter… Am letzten Tag hatten wir noch etwa 400km nach Alice Springs, die aber relativ holprig waren. Die hinteren Plätze, waren wirklich nicht zu empfehlen, da man hier jedes Schlagloch, sei es noch so klein, mitbekam.
Um 2 Uhr nachmittags schlugen Fio und ich dann bei Maui Campers in Alice auf. Das Bett war ein großes Manko… und die nette Mitarbeitern sagte nur zu uns: ‚Sagt mir jetzt bitte, dass ihr eine Versicherung abgeschlossen habt.‘ – ‚Nein.‘
Aber sie hat es verstanden und mit dem Chef gesprochen… dann gab sie mir den Daumen nach oben… Sauber!!!
Erstellt am Montag 26. April 2010
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