Archiv für April, 2010

Roadtrip zum Red Centre

Die Zeit schwindet.

Nur noch eine Woche bis wir uns ins Flugzeug setzen, das leckere Essen dort genießen können und dann dann sind wir auch bald wieder in Deutschland. Gerade chillen wir noch in Melbourne rum, zumindest noch bis morgen, denn dann geht’s mit dem Nachtbus wieder mal zurück nach Sydney. Sydney, Ausgangspunkt für alle meine Abenteuer in Australien. Ich komme dann am Mittwoch Morgen das fünfte Mal zurück nach Sydney…

Was nach unserem Neuseelandaufenthalt geschah:
Well, wir sind quasi nach Melbourne. Nicht, dass wir jetzt die ganze Zeit da rumgegammelt haben. Am 5. April kam uns die Idee die Great Ocean Road mit einem eigenen Auto zu fahren und da kam uns eine Anzeige in einem Backpackermagazin gerade wie gerufen. Camper relocating. Also einen Camper zurück bringen…
Nach ein paar Telefonaten war klar, wir würden ein 4 Personen Wohnmobil von Melbourne nach Alice Springs bringen. Die Vorfreude darauf war bei mir unglaublich, wobei auch die Vorstellung, dass ich dabei quasi 3000km in 6 Tagen fahren musste, doch ein wenig anspruchsvoll schien.

Die Zeit in Melbourne verging dann auch relativ schnell. Melbourne ist jetzt nicht unbedingt sooo besonders meiner Meinung nach. Die Strassen sind viel breiter als in Sydney und deshalb wirkt es auch nicht so voll. Der Queen Victoria Market war eigentlich so das Interessanteste. Hier gab es alles von Früchten bis Kleidung. Für uns waren die Früchte und das Obst von großer Bedeutung, weil’s hier ziemlich günstig war im Vergleich zum Supermarkt, teilweise um Längen.

Bezüglich unseres bevorstehenden Roadtrips haben wir uns dann noch entschieden noch zwei Leute mitzunehmen um uns die Kosten ein wenig zu reduzieren. Als erstes haben wir uns dann auch mit Kim getroffen. Kim ist vietnamesischer Abstammung, lebt aber in München. Sie war sofort von unserer Idee überzeugt und wir hatten unseren ersten Mitfahrer. Die Nummer zwei war dann etwas schwieriger zu finden, letzlich wurde es Anka. Eine nette Nordrhein-Westfählin oder wie man das dann auch nennt. Die beiden waren wirklich nett und es war eigentlich ziemliches Glück, dass wir uns alle gut verstanden haben.

Am 11. ging’s dann los. Um 10 Uhr haben wir das Auto, unseren Luxuscamper abgeholt. Nachdem wir dann alle zusammen waren, gings dann über die Great Ocean Road nach Adelaide. Wir sind am ersten Tag aber nur bis Port Campell gekommen und haben dort dann genächtigt. Vorher sind wir leider etwas zu spät zum Sonnenuntergang bei den 12 Aposteln gekommen, was etwas schade war. Dafür war’s umso windiger dort, was auch seinen Reiz hatte. Nächsten Morgen ging es dann nach Adelaide, an diesem zweiten Tag bin ich dann über 700km gefahren. In Adelaide haben wir uns dann, nachdem wir in der Innenstadt in unserem Wohnmobil gekocht haben und Anka ihr Handy, dass sie verloren hatte, bei der Polizei wieder abgeholt hat, in eine Nachbarschaft neben einer Tankstelle mit Toilette hingestellt. Der dritte Tag führte uns dann über Port Augusta ins richtige Outback. Nach an diesem Tag wieder etwa 700km war diesmal das Tagesziel Coober Pedy leider nicht zu erreichen. Den Sonnenuntergang im Outback durften wir dann auf einem Parkplatz mit ein paar anderen Wohnmobilen und Wohnwagen genießen. Es gab hier nur eine Toilette und sonst konnte man nichts weit und breit sehen… Natur rundherum bis zum Horizont. Es war schon ein unglaubliches Gefühl.
12 Apostel
Am 14. gings dann als erstes nach Coober Pedy, die Opalhauptstadt der Welt. Man kommt sich ein wenig vor, wie in einem Star Wars Film, also so Wüstenmäßig, quasi da, wo Anakin Skywalker aufwächst :):):) Zum ersten Mal in Australien sehe ich wirkliche Aboriginal people. Man sagt nicht Aboriginies, weil das als abwertend gilt.
Man sagt auch, dass Coober Pedy die internationalste Stadt Australiens ist, weil hier so viele verschieden Menschen aus vielen verschiedenen Nationen hergekommen sind, nachdem man die ersten Opale fand. Es wird auch immernoch Opal gefördert. Nachdem wir uns dann ein Untergrundmuseum und eine Untergrundkirche angeschaut haben -die Menschen haben die aufgrund der Hitze gebaut- , kam dann der erste Kontakt zu den Ureinwohnern. Kim hatte ihre Kamera auf der öffentlichen Toilette liegen lassen und die wurde uns dann von 2 Ureinwohnern zurückgebracht. Die wollten dafür auch nur 10 Dollar haben, die ihnen Kim dann auch gegeben hat. Mit dem Geld sind sie dann Richtung Tankstelle gepilgert. Gott weiß, was sie damit machen. Normalerweise wohl Alkohol kaufen, aber das sind Vorurteile.
Coober pedy
Als wir mit Coober Pedy fertig waren, wollten wir unser Auto noch auf einer Gravel Road, also eigentlich eher mit Allrad zu fahren, probieren. Teilweise doch sehr interessant zu fahren, kamen wir dann zu dem sogenannten Castle, nachdem wir uns vorher den Dogfence, den Hundezaun, einen über 5000km langen Zaun, der von Western Australia nach Surfers Paradise, Queensland führt. Dieser Zaun soll verhindern, dass die Dingos (also Wildhunde) nach Süden kommen können und dort andere Tiere reißen.
The Castle
Als wir wieder den Stuart Highway erreicht hatten, kam ein kleines Unglück. Das Bett über der Fahrerkabine kam unverhofft herunter, weil die Gravel Road wohl doch etwas zu hart war. Scheiße, habe ich gedacht. Das war wohl die Kaution… aber dazu später mehr. Wir standen etwa 10 min mitten auf dem Highway als ein Auto neben uns anhielt und der Fahrer uns erinnerte, dass hier Road Trains unterwegs sind. Diese Dinger sind sowas von krass geil. Drei Anhänger und dann ballern die mit mindestens 110 über die Strassen. Weniger gefährlich als ich gedacht habe, aber die bringen doch einiges an Wind mit.

Am Abend sind wir dann an der Grenze zum Northern Territory angekommen und haben dort wieder auf einem netten Parkplatz genächtigt. Mal wieder im Nichts. Der vorletzte Tag hatte es dann noch in sich. Wir kamen gegen Mittag im Uluru Nationalpark an. Der Anblick des Uluru war unglaublich, schon allein deswegen, weil es einfach nur ein Stein ist 😉 Wir haben dann den Berg einmal mit dem Auto umrundet und haben 2 kurze Fußmärsche gemacht. Echt wahnsinn das Ding. Raugeklettert sind wir nicht, weil man es aus Respekt gegenüber den Ureinwohnern nicht machen soll, jedoch ist es nicht verboten. Vor dem wahnsinnig tollem sonnenuntergang, waren wir dann noch schnell bei den Olgas, die quasi so ähnlich aussehen, aber nicht ein ganzer Klotz sind…
Dingo beim Cultural Centre im Uluru Nationalpark
Uluru bei Sonnenuntergang

Die letzte Nacht haben wir auf einem kostenfreien Campingplatz wo es das teuerste Benzin scheinbar in ganz Australien gibt. 1,87 Dollar pro Liter… Am letzten Tag hatten wir noch etwa 400km nach Alice Springs, die aber relativ holprig waren. Die hinteren Plätze, waren wirklich nicht zu empfehlen, da man hier jedes Schlagloch, sei es noch so klein, mitbekam.

Um 2 Uhr nachmittags schlugen Fio und ich dann bei Maui Campers in Alice auf. Das Bett war ein großes Manko… und die nette Mitarbeitern sagte nur zu uns: ‚Sagt mir jetzt bitte, dass ihr eine Versicherung abgeschlossen habt.‘ – ‚Nein.‘
Aber sie hat es verstanden und mit dem Chef gesprochen… dann gab sie mir den Daumen nach oben… Sauber!!!

Erstellt am Montag 26. April 2010
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Neuseeland Teil 2

So. Neuseeland ist abgeschlossen. Wer’s glaubt oder nicht, mein Herz gehört Australien. Ich hatte sofort, nachdem ich aus dem Flugzeug gestiegen bin, ein Gefühl von Heimat bzw. von zu Hause. Hört sich ein wenig merkwürdig an, doch so war es. Auch als ich das erste Mal nach 3 Monaten wieder durch Sydney gelaufen bin, war das doch eher ein angenehmes Erlebnis. Noch merkwürdiger, denn eigentlich mag ich Sydney nicht so besonders.Nun aber ein Rückblick auf das Neuseeland, dass ich nach meinem ersten Bericht, der ja schon etwas länger her ist, erlebt habe.

Ich war in Wellington stehen geblieben. Eine wirklich tolle Stadt. Wieder mal eine Haupstadt, nach Canberra, die relativ klein ist. Dafür hat Wellytown, wie es auch liebevoll genannt wird, einiges zu bieten. Ich meine damit eigentlich nicht unbedingt das Te Papa, das Nationalmuseum, sondern eher die Café und Barvielfalt. Man kann zwischen tausenden Cafés wählen. Hier lässt sich entspannen. Interessant zu erwähnen sei an dieser Stelle das es sich lohnt eine Führung durchs Parlament mitzumachen. Da sind wir ‚leider‘ so reingeraten, aber es war doch lohnenswert. Man kann dort sehen, wie das Gebäude gegen Erdbeben gesichert wird. Sehr interessant!
Ja, von Wellington gings dann mit der Fähre rüber zur Südinsel. Dort haben wir dann in Nelson Felix getroffen. Geile Sache. Wir haben dann einen super Abend zusammen verbracht. Lecker indisches Curry gemacht und ein paar leckere Speight’s Bierchen getrunken.
Von Nelson gings dann weiter nach Greymouth, eigentlich nicht zu erwähnen hier. Ist die größte Stadt der Westküste… und das mit ca. 13.000 Einwohnern… und einer Brauerei. Die Brauereiführung hat so ziemlich jeder aus unserem Bus mitgemacht. „Brauereiführung“
Ich würde es besser beschreiben als Biertesten inklusive „Brauereischnellansehen“. Das Testen war dafür aber echt gut. 7 verschiedene Biersorten durften wir erst testen und danach selber nachzapfen. Sweet As (das sagen die Kiwis für awesome (=das sagt man auf Englisch für großartig))
Nach Greymouth ging es nach Franz Josef.
Dieser Ort wurde nach dem dortigen Gletscher Franz Josef Glacier benannt. Wir haben dann dort eine Gletscherwanderung gemacht, was wirklich atemberaubend war. Wir standen auf dem Gletscher und konnten den Regenwald vor uns sehen. Echt ein unglaubliches Gefühl.

Nächste Station auf unserer Tour war dann Wanaka.
wanaka war echt traumhaft schön. Dort gab es einen riesigen See und im Hintergrund leuchteten die Berge. Wahnsinn!
Von da aus ging es dann in das berühmte Queenstown.
Oh man. Queenstown ist quasi ein Mekka für Action-Fans. Hier wurde angeblich das BUngyjumping von A.J. Hackett erfunden. Dann kann man noch Paragliding, Skydiving, Jetboating und noch tausend Sachen machen. Echt alles was es so zu geben scheint. Einziger Nachteil, man muss auch noch das Geld dafür haben. Das ist der Punkt. Wir haben nichts gemacht, ausser gechillt einem Schulturnier im „Touch“(-Rugby) zuzugucken, ein wenig am See langzuspazieren und was man nicht sonst so alles macht. Also Queenstown ist eigentlich eine Partytown. Alles voller Touristen überall!!! Auch soll Arny Schwarzenegger dort ein Haus oder eine wohnung haben. Ach komm… egal. Ich bin nicht so der Fan von Queenstown. Wie gesagt, es ist ein wenig zuuuu touristisch.

Es folgte Dunedin, wo wir eigentlich nur die Cadbury Schokoladenfabrik besucht haben und rumgegammelt haben, weil das Wetter nicht das Schönste war. Zu der Schokofabrik lässt sich noch sagen, dass ich die Führung ein wenig mit der der Monteith’s vergleiche. Durch zahlreiche Umbauarbeiten hat man wieder nicht wirklich viel von der Herstellung gesehen. Dafür gab’s wieder Bestechung durch Schokoladenriegel.

Achja und Dunedin hat die steilste Strasse der Welt:

Lake Tekapo, wo wir als nächstes hinkamen, war nichts Besonderes außer das wir dort 2 deutsche Mädels kennengelernt haben mit denen wir uns etwas intensiver unterhalten haben und mit denen wir dann zusammen in einem Zimmer in Christchurch waren. Also Christchurch ist eine interessante Stadt. Mir gefällt, dass sie nicht so bergig ist und mehr einen europäischen Stil bzw. englischen Stil.
Von da aus dann gings nach Kaikoura. Das bedeutet irgendwas mit Creyfish, was wiederum so ähnlich ist wie Hummer, aber eben kein Hummer. Die viecher sind sauteuer. Einer kann mal so eben über 30 Euro kosten. Fio ist in Kaikoura mit Delphinen im Meer planschen gewesen.

Ich wollte dann mit ihr eigentlich noch Seerobben oder was auch immer das sind (Seehunde? Wo ist der Unterschied?) sehen, aber die Mistviecher waren dann nicht da… Das war das letzte was dann wir dann auf der Südinsel gemacht haben und dann gings zurück nach Wellington.

Hier noch eine Fähre die gerade von der Cook strait in den Tory channel schippert:

Dort haben wir noch ein paar Tage verbracht, sind mit dem Cablecar gefahren und wollten eigentlich auf den Mt Victoria, aber das Wetter hat wieder nicht so mitgespielt. Vielleicht beim nächsten Mal dann, wenn ich wieder komme.

Über Napier, das man auch die Art Deco Hauptstadt der Welt nennt, führte unser Weg nach Mt Maunganui. Sehr entspannte Atmosphäre war dort. Es ist ein Ferienort ohne Zweifel. Es wirkt wie das Surfers Paradise von Neuseeland. Im Sommer zur Hochsaison muss es schlimm dort sein, das glaube ich. Aber für uns war es angenehm. Wir habe uns ein wenig am Strand die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, bevor es zurück nach Auckland ging. Am 28. März und mit mindestens einer halben Stunde Verspätung ist unser Flieger dann abgehoben.
Ein kleiner Schock noch für mich: Als wir durch die Wolkendecke gefolgen sind, welche ein wenig dunkler war, hatte ich kurze Zeit das Gefühl ein Triebwerk würde brennen…

Ein später Bericht aus Neuseeland und lang, also Respekt, wer ihn durchgelesen hat. Sorry dafür. Ich werde versuchen wieder konsequent regelmäßig zu schreiben.

Erstellt am Samstag 3. April 2010
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